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Positionspapier "Ja zu guten Schulleitungen"

Schaffhausen hat als letzter Kanton noch keine flächendeckende Schulleitungen installiert. Gerade in den vergangenen Wochen konnte festgestellt werden, wie wichtig eine Leitung vor Ort wäre. Aber nicht nur in Krisenzeiten ist eine Schulleitung angezeigt, sondern gilt heute allgemein als Standard.

Für die bevorstehende Diskussion auf Ebene Kanton haben wir seitens LSH ein Positionspapier erstellt, welches aufzeigen soll, in welcher Form eine Schulleitung einen grossen Mehrwert darstellen kann und welche Art von Leitung in der Bildungslandschaft nur wenig bringen oder gar kontraproduktiv sind.

Entsprechend hoffen wir in Schaffhausen bald mit dem Rest der Schweiz mitziehen zu können, indem auf kantonaler Ebene die Voraussetzungen geschaffen und die nötigen Investitionen getätigt werden.


Medienmitteilung Schulöffnung


Richtigstellung zum Papier "Richtlinien Kanton Schaffhausen für den Schulstart vom 11. Mai 2020"

Liebes LSH-Mitglied

Das heute vom Erziehungsdepartement Schaffhausen veröffentlichte Papier mit den Kantonalen Richtlinien zur Schulöffnung erwähnt auf der Frontseite, dass es unter "Einbezug des LSH" verfasst wurde.

Da man dies so verstehen könnte, wie wenn der LSH an diesem Papier mitgearbeitet hätte, bzw. mit diesem Papier einverstanden wäre, möchten wir hier klarstellen, wie der Sachverhalt ist:

Der Erziehungsdirektor ist sowohl auf den LSH, als auch auf den Schulleiterverband Schaffhausen zugekommen, mit der Bitte, wir möchten unsere Anliegen betreffend einer bevorstehenden Schulöffnung einbringen, um diese in ein entsprechendes Papier einfliessen lassen zu können. Demnach könnte man unsere Mitwirkung als Vernehmlassung taxieren. Die beiden Präsidenten Stefan Balduzzi vom SLVSH und Patrick Stump vom LSH erörterten daraufhin die Situation an den Schaffhauser Schulen und erarbeiteten eine Liste mit Inputs, eine Schulöffnung in Zeiten der Pandemie betreffend. (Siehe Download im Anhang.)

 

Dass die Namen der beiden Verbände mit dem Vermerk des Einbezugs publiziert würden, wussten wir seitens LSH nicht. Wir erachten diese Vorgehensweise als unschön, zumal wir mit dem vorliegenden Papier in vielen Teilen nicht übereinstimmen und uns in vielen Bereichen klarere Vorgaben gewünscht hätten. 

Schade ist auch, dass es nicht gelungen ist, sich mit dem Nachbarkanton Zürich abzusprechen. Unsere Befürchtungen bezüglich einer unverbindlichen Ansage seitens des Bundes haben sich nun bestätigt: Während der Kanton Zürich Präsenzunterricht nur bis maximal 15 Schülerinnen und Schüler zulassen wird, öffnet der Kanton Schaffhausen alle Teile der Volksschule gleichzeitig und uneingeschränkt.

Gerne hätten wir an dieser Stelle, analog unserem Schwesterverband aus Zürich geschrieben: "...Der Regierungsrat hat einen vorsichtigen Einstieg in den Präsenzunterricht gewählt. Wir begrüssen dieses Vorgehen aus pädagogischer und gesundheitlicher Sicht..."

 

Liebes LSH-Mitglied.

Hoffen wir nun also auf eine besonnene und sorgfältige Vorbereitung der Schulen durch die Schulleiter und Vorsteherinnen. Viele Punkte bleiben offen und werden von uns Lehrpersonen auch in den kommenden Wochen Improvisationsgeschick und Nerven abverlangen.

In diesem Sinne weiterhin gutes Tun und Gelingen in schwierigen Zeiten!

Download
Schulöffnung
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Offener Brief an den Erziehungsdirektor - Keine Zeugnisse im Sommer 2020

Der LSH hat dem Schaffhauser Erziehungsdirektor, Christian Amsler, einen Offenen Brief zugestellt mit der Aufforderung, die Zeugnisse in Form einer summativen Beurteilung für die Primarstufe und den 3. Zyklus im Sommer 2020 auszusetzen.

Der LSH erachtet es als zentral, dass momentan die Familien als Kernstruktur unserer Gesellschaft funktionieren. In zweiter Linie soll ein kontinuierliches Lernen möglich sein; dies stellen wir Lehrpersonen mit viel Zusatzaufwand sicher, indem wir die Schülerinnen und Schüler auf allen möglichen digitalen Kanälen mit Unterrichtsmaterial und -aufträgen versorgen und auch im Kontakt bleiben mit ihnen und ihren Eltern. 

Eine Überforderung der Familien in Form von Druck und Stress kann aber zu Konflikten führen bis hin zu häuslicher Gewalt. Wir möchten diesen Druck aus dem System nehmen und Lernen auf Distanz als positive Erfahrung im Sinne einer Selbststeuerung etablieren. 

Entsprechend erachten wir es als wenig sinnvoll, summative Lernkontrollen im System UaD durchzuführen. Des weiteren ist es rein organisatorisch kaum möglich, solche fair und ohne Verzerrung durch soziokulturelle Begebenheiten oder technische Ausstattung der SuS  durchzuführen.


LP21-Schaffhauser Nachrichten

Interview in den Schaffhauser Nachrichten mit Patrick Stump zum Thema: LP21-ein halbes Jahr nach der Einführung im Kanton Schaffhausen.

Nachgefragt

«Viele Gemeinden scheinen überfordert»

Herr Stump, wie sind die Lehrkräfte im Kanton mit dem neuen Lehrplan bislang zurande gekommen?

Patrick Stump: Wir sind damit gut unterwegs. Es ist ein laufender Prozess, und wir Lehrpersonen erhalten jene Schulung und Weiterbildung, die wir benötigen. Wir haben bisher eigentlich keine negativen Rückmeldungen erhalten.

Es gibt keine offenen Fragen?

Stump: Am ehesten bei der Einführung neuer Lehrmittel. Da stellen sich immer Fragen wie: Sind die gut, gibt es allenfalls noch bessere Lehrmittel? Wie muss man das strukturieren? Denn grösstenteils haben wir noch die alte Einteilung von Unterstufe und Mittelstufe, und die neuen Lehrmittel richten sich nach den neuen Zyklen. Das gibt Schnittstellen, die wir jetzt halt anschauen müssen. Das ist aber nichts, was uns vor allzu grosse Herausforderungen stellen würde.

Wie gehen die Lehrer mit dem neuen Fach «Medien und Informatik» um?

Stump: Auch hier ist eigentlich alles vorhanden, mit einer grossen Ausnahme, die aber nichts mit dem Lehrplan als solches zu tun hat. Die Ausrüstung, die Geräte! Da sind die verschiedenen Schulgemeinden noch sehr unterschiedlich bestückt. Die einen wie Neuhausen haben gross aufgerüstet, andere wie die Stadt sind erst in einer Evaluationsphase und noch lange nicht so weit.

Heisst das, man kann das Fach dort gar nicht richtig unterrichten?

Stump: Nicht wirklich, man kann ­natürlich theoretisch unterrichten, erklären, was ein Algorithmus ist, wie ein Computer funktioniert. In Schulen gibt es ja meist schon Medienräume mit alten Desktop-Computern. Das kantonale Informatikkonzept schreibt aber eigentlich vor, dass die Schulen gewisse Standards erfüllen sollten, eben Tablets oder Notebooks für die Schüler anschaffen müssten. Viele Gemeinden scheinen damit aber überfordert zu sein. Die Verantwortung wird jetzt ein wenig hin und her geschoben. Es könnte gut sein, dass es ein paar Jahre geht, bis in allen Gemeinden identische Voraussetzungen herrschen. Das ist aus unserer Sicht nicht optimal.

Wie diese Geräte eingesetzt werden sollen, liegt im Ermessen der einzelnen Lehrkraft. Ist dies hilfreich?

Stump: Unter den gegebenen Umständen ist dies vielleicht gerade gut so. Es gibt ja einen wahren Glaubenskrieg unter Experten darum, wie die neuen Technologien im Unterricht eingesetzt werden sollen oder nicht. Da halten wir Lehrer uns lieber raus. Die Methodenfreiheit erlaubt es uns, selbst zu entscheiden, wo wir die Geräte im Unterricht sinnvoll einsetzen können.

Interview: Mark Liebenberg